TOM – Männerfantasien – Band 2
Bewusst ausgewählte, nicht explizite Leseprobe
Die zwei Raubkatzen
... Pünktlich betrat ich das Fitnessstudio – ein Ort, an dem Disziplin auf Schweiß und Ehrgeiz auf Eitelkeit treffen. Immer zu denselben Zeiten, an denselben Tagen. Krafttraining für die Muskeln, Yoga für Körper und Geist – das Gegengewicht zu stundenlangem Sitzen über dicken Büchern.
Kaum hatte ich den Trainingsraum betreten, um mich auf den Weg zum ›Dual-Beinstrecker-Beuger‹ zu machen, entdeckte ich sie: Tamara – eine der Schönheiten in diesem Studio.
Sie saß auf einer schmalen Multi-Bank, nur wenige Meter von meinem Zielgerät entfernt, und stemmte mit der rechten Hand eine schwere Kurzhantel. Die Bewegung war flüssig, fast anmutig. Ihr Blick jedoch – der war fest auf mich gerichtet. Prüfend.
Feine Schweißperlen glänzten auf ihrem sonnengebräunten Dekolleté, das ihr enganliegendes schwarzes Bra-Top großzügig freigab. Ein feuchter Streifen zog sich über ihren durchtrainierten schlanken Bauch bis zum Hosenbund. Ihre Oberschenkel – lang, sehnig, makellos – glänzten, während sich jeder Muskel bei der kleinsten Bewegung unter ihrer Haut abzeichnete.
Tamara war wie aus Bronze gegossen – drahtig, muskulös, hochgewachsen. Und dabei unfassbar weiblich. Ihr mittelblondes Haar hatte sie kunstvoll hochgesteckt, sodass der Nacken frei lag – ein einladender Kontrast zu der konzentrierten Kraft, die sie ausstrahlte.
Von Beruf war sie Verkäuferin in einem Warenhaus. Ein ganz natürliches Mädchen und ungeheuer schön. Eben ganz Körper.
Ich lächelte. Doch sie ließ keine Regung erkennen. Keine Erwiderung. Nur dieser unbeirrbare Blick, der mehr sagte als Worte. Cool. Unerreichbar. Oder vielleicht gerade deshalb so reizvoll?
Jetzt erinnerte ich mich an das andere ›Modell‹ dieses Studios.
Ich schaute mich, so gut es das Trainingsgerät zuließ, nach ihr um, sah sie aber erst auf den zweiten Blick, auf einem der Laufbänder, ein ganzes Stück weiter hinten im Raum.
Nicole. Friseurin. Auch sie – ganz Körper. Die Figur einer Tänzerin, die Muskeln einer Athletin. Ihre Beine bewegten sich im Takt der Maschine, gleichmäßig, kontrolliert, mit jener erotischen Selbstverständlichkeit, die man nicht imitieren kann.
Ihre Lippen formten ein Lächeln, als sie mich bemerkte, ein kurzer Gruß mit der Hand – dann wieder der Blick nach vorn, auf ein imaginäres Ziel irgendwo in der Ferne.
Es war, als würde der Raum um die beiden pulsieren. Zwei Schönheiten, jede für sich ein Feuerwerk.
Die zahlreichen Männer im Studio waren natürlich schon lange hinter den beiden her. Übrigens überwiegend eher unbedarfte Kerle, aber gewiss nicht verkehrt.
Immer wieder hatte ich in der Vergangenheit beobachtet, wie sich der eine oder andere an sie heranmachte. Es blieb jedoch in allen Fällen nur bei kurzen Bemerkungen. Wenn die Männer sich wieder abwandten, war ihren Gesichtern anzusehen, wie frustriert sie waren.
Tja, die Mädels schienen harte Nüsse zu sein. Sie wohnten übrigens ganz in meiner Nähe, in einer der benachbarten Wohnanlagen.
Ich wechselte das Gerät. Die Curlhantel sollte heute mehr Gewicht bekommen – ein kleiner Test an mich selbst. Ich legte mich auf die Bank, schob die Hände unter die Stange, hob an – schwerer als gedacht.
Dann, plötzlich, ein Schatten über mir. Tamaras Gesicht erschien – seitenverkehrt, nah, mit einem unendlich weichen Lächeln auf den Lippen.
Ohne zu fragen, griff sie unterstützend zur Hantel, stabilisierte den höchsten Punkt. Ihre Finger berührten dabei flüchtig meine. Jedes Mal, wenn ich die Stange erneut nach oben wuchtete, spürte ich ihre Präsenz – ihre Nähe, ihre Atmung.
Und dann traf mich ein warmer Tropfen auf der Haut, direkt oberhalb der Oberlippe. Schweiß. Ihr Schweiß. Ohne zu zögern, fuhr meine Zunge darüber. Salzig. Wild. Irgendwie – köstlich.
Sie hatte es gesehen. Doch sie sagte nichts. Kein Kommentar, kein Lächeln. Nur diese souveräne Selbstverständlichkeit, mit der sie ihren Körper und seine Wirkung einsetzte.
Als ich mich aufrichtete, entfernte sie sich bereits wieder. Ein Blick über die Schulter – undefinierbar. Neugier? Warnung? Spott? Ich beobachtete ihren Gang. Elegant. Kraftvoll. Ein Hauch von Triumph schien in ihrer Bewegung zu liegen.
Da plötzlich stand Nicole vor mir. Ganz nah.
»Magst Du etwas trinken?«, fragte sie, während sie mir mein Lieblingsgetränk hinhielt. Die Lippen umspielten ein neckisches Lächeln, als sie selbst zum Strohhalm griff – langsam, mit einem kätzischen Spiel ihrer vollen Lippen.
»Gern, wie komm ich denn dazu?«, fragte ich.
»Och, nur so«, entgegnete sie mit einem koketten Schulterzucken.
Sie nippte, während ihr Blick kurz in Richtung Tamara huschte. »Kennst Du die da etwa?«, fragte sie betont beiläufig.
»Nein, nicht wirklich. Warum?«
»Weil ihr so vertraut wirktet. Pass bloß auf. Die ist eine falsche Schlange. Ich hab gehört, sie hat sich bei Frank nach Dir erkundigt – wollte wissen, was Du machst. Er hat ihr erzählt, Du wärst ein cleverer Typ und studierst Jura. Stimmt das?«
»Ja … allerdings hätte ich gedacht, dass meine Daten beim Inhaber besser aufgehoben sind.«
»Frank ist 'ne Plaudertasche. Und ich wette, die hat längst was mit ihm.« Der Ton in ihrer Stimme wurde säuerlich.
»Das glaub ich eigentlich nicht.«
Sie warf mir einen undeutbaren Blick zu, wandte sich dann ab. »Ich würde an Deiner Stelle jedenfalls die Finger von der lassen.«
Jetzt wurde mir klar: Das hier war kein Zufall. Es war ein Tanz. Ein Revierkampf. Zwei Raubkatzen, jede auf ihre Weise gefährlich.
Wie zur Bestätigung ging Tamara an mir vorbei. Wortlos. Nur ein Blick, dann einer zu Nicole – und ein verächtliches Stirnrunzeln.
Kein Zweifel: Hier tobte ein stiller Krieg. Ich spürte förmlich die Spannungen in der Luft, fein wie elektrische Ladung vor einem heftigen Sommergewitter.
Später sah ich sie in einer Ecke des Studios. Tamara und Nicole – beinahe Stirn an Stirn. Zwei Raubkatzen, die sich anfauchten. Da schossen energiegeladene Blitze aus Katzenaugen. Ich konnte den Blick kaum abwenden.
Die anderen Männer glotzten verdutzt – sie hatten keine Ahnung, was sich da gerade abspielte. ...